Der Kampf um den Datenschutz und der steinige Weg zum Consumer Empowerment

The Boston Consulting Group

Sind wir schon da? Ich meine damit Consumer Empowerment. Also der Befähigung von Endverbrauchern.

Natürlich müssen Hürden überwunden werden, bevor wir wirklich von wahrem Consumer Empowerment sprechen können. Über diese Hindernisse, wie zum Beispiel die Sammlung unserer Daten, die für Segmentierungs- und Profilierungszwecke verwendet und an Dritte weitergeleitet werden, wird immer noch viel diskutiert. Dass das Thema unter den deutschen Verbrauchern nach wie vor präsent ist, hat eine Studie von Deloitte ergeben. Hiernach fürchten 72 Prozent der befragten Verbraucher die Weitergabe oder den Weiterverkauf ihrer Daten an Dritte. Nur 36 Prozent aller Befragten hat das Gefühl, die Kontrolle über die eigenen Daten zu haben.
Um dem Datenmissbrauch entgegenzuwirken, versucht die Gesetzgebung in den USA beispielsweise, sich momentan mit der Idee anzufreunden, dass Daten von bankrotten Unternehmen, die den Weiterverkauf von Kundendaten an Dritte in ihrer Datenschutzbestimmung ausschließen, nicht versteigert werden dürfen.

Es besteht ein klares Ungleichgewicht zwischen der sich rasant entwickelnden Technologie und der Gesetzgebung, die mühselig versucht nach und nach aufzuholen. Während einige Fortschritte, wie eine Landesgesetzgebung zu Revenge Porn in den USA, zu verzeichnen sind, können Datensammler ihre Ziele weiterhin ungestört verfolgen. Letztere hat auch als Folge die Entfernung von Revenge Porn in der Google und bspw. Bingsuche vereinfacht. Das gilt international, als auch in Deutschland.

Ich denke, ein entscheidendes moralisches Problem der nächsten Dekade wird sein, dass niemand mehr über eine Person wissen sollte als diese selbst”, sagte Alistair Croll, Gründer von Solve For Interesting, in seiner Keynote-Rede auf der Strata + Hadoop Weltkonferenz in San Jose, Kalifornien im Februar.

Für eine Industrie, die damit wirbt, voraussagen zu können, ob man mit seiner besseren Hälfte glücklich bis zum Lebensende zusammenbleibt oder nicht, ist das ein gewaltiger Schuss ins eigene Bein. Mit seiner Aussage spricht Alistair einen wichtigen Punkt an, nämlich die Option zur Wahl: Die Möglichkeit als Verbraucher ganz bewusst entscheiden zu können, wie die eigenen Daten gesammelt, abgerufen und geteilt werden – genau das macht MyPermissions aus. Die Anwendung erlaubt es, Benutzern nachzuvollziehen, welche Apps auf ihre Daten zugreifen und welche Zustimmungen gefordert werden sobald man auf “akzeptieren” klickt.

Dies ist der erste Schritt zu einem wahren Customer Empowerment. Denn Customer Empowerment beginnt mit einem Gleichgewicht: Bürger, beziehungsweise Konsumenten, müssen ganz genau nachvollziehen können, wie und welche Daten mit welchen Rechtsträgern geteilt werden und wie diese Daten weitergereicht werden.

Wahre Transparenz erfordert außerdem Hinweise, die mitteilen, dass Apps aktualisiert werden und welche neuen Erlaubnisse die neuen coolen Features mit sich bringen. Bei MyPermissions dreht sich alles um die Ermächtigung des Konsumenten bis zu einem gewissen Grad, da mobile Applikationen unterschiedlich auf den diversen Handymodellen funktionieren.

Hier sollte nicht nur die Legislative eingreifen, sondern auch industrielle Standards in Einklang gebracht werden, damit auch Nicht-Techies die Konsequenzen ihres stetig wachsenden, digitalen Fußabdrucks zu verstehen.

The Generations Agree About Privacy - Boston Consulting Group
Die Milleniums-Generation achtet auf Datenschutz

Der Datenschutzsektor spricht vermehrt davon, einen ausgewogenen Wertbeitrag für den Austausch von Daten für kostenlose Produkte zu schaffen.
Die große Kunst besteht jedoch darin, das richtige Gleichgewicht zu finden: Was für einige als gutes Geschäft wahrgenommen wird, könnte für andere weniger lukrativ sein, da das Thema Datenschutz sehr kontextabhängig ist und sich rundum Alter, Geschlecht, den kulturellen Hintergrund, Arten von geteilten Daten und beteiligten Unternehmen entwickelt.

Anfang 2014 veröffentlichte die Boston Consulting Group einen Report namens Data Privacy by the Numbers. In diesem wird bekräftigt, dass die Ausgangssituation eines Unternehmens von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig widerlegt der Bericht die weitverbreitete Annahme, dass sich jüngere Generationen weniger um Datenschutz sorgen würden .

Während sich Staatsbürger bei der Festlegung von Grenzen zu akzeptablem und inakzeptablem Verhalten weiterhin nach dem Gesetz richten, versagt der Datenmarkt weiterhin dabei, solche kontextbezogenen Grenzen besser zu verstehen. Darüber hinaus sorgt die fehlende Aufklärung der Konsumenten sowie ein Mangel an Transparenz auf Seiten der Datenindustrie für Angst und Verärgerung in Bezug auf Datennutzung.
Das Thema Big Data, das durch die zunehmende Nutzung mobiler Geräte weiterhin boomt, steht dem Datenschutz neutral gegenüber, kann aber der ganzen Gesellschaft zugute kommen. Im Kontext dieser Datennutzungen ist die Datenschutz-Debatte angesiedelt, die die Erwartungen von Konsumenten und die technischen Potenziale ausgleicht.

Verbraucher “verunreinigen” Datenbanken mit falschen Informationen

Die Erwartungen von Verbrauchern in Bezug auf Datensicherheit sind von der Bildung sowie vom technischen Verständnis abhängig.

Dort angekommen, bedarf es der geteilten Transparenz von Datennutzungen und den Anreizen von Unternehmen, um Vertrauen unter den Verbrauchern zu schaffen.
Verbraucher “verunreinigen” Datenbanken mit falschen Informationen und stören so das Gleichgewich. Folglich leidet die Qualität der Datenbanken unter den falschen Angaben der Verbraucher, die von den aggressiven Methoden zur Datengewinnung genervt sind. Im schlimmsten Fall wenden sich die Verbraucher ganz ab und löschen ihre Accounts. Von 1000 befragten deutschen Internetnutzern beispielsweise, haben 35,5 Prozent der Befragten angegeben, zumindest einen Online-Dienst aus Datenschutzbedenken nicht mehr zu nutzen.

Man könnte nun argumentieren, dass es für Unternehmen keine Anreize gibt, transparenter zu werden. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass algorithmische Transparenz Fragen zum geistigen Eigentum aufwirft. Falls wir nicht aufpassen, könnte Big Data den gleichen Weg einschlagen wie CRM vor einigen Jahrzehnten: “Garbage in, garbage out”.
Die Methoden zur Datensammlung sind weniger anfällig für Fehler geworden. Wir sollten nicht in die gleiche Datengierfalle treten, und ein ähnliches Resultat hervorrufen.

Während Unternehmen zunehmend Big Data Teams bilden, um Daten aus dem Internet zu sammeln, müssen Mechanismen zur Verantwortlichkeit geschaffen werden, um die Gleichung rund um den Datenschutz und das Vertrauen der Verbraucher zu verstehen. Datenminimierung, Sicherheit, Auswahl sowie Transparenz müssen Bestandteile dieser Gleichung sein. Falls dies nicht gegeben ist, droht ein Verlust des so sehnlich erwünschten Vertrauens der Verbraucher.

Die Erwartungen der Verbraucher in Bezug auf Datensicherheit sind ein sich bewegendes Ziel, dass viel Bildung erfordert. Ein guter Anfang für Transparenz ist zu erklären, wie die verwendete Technologie funktioniert und welche Daten gespeichert und geteilt werden können. Um diesen Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden, können Unternehmen als ersten Schritt, auf Tools wie den MyPermissions’ Risk Index zurückgreifen.

Das nächste Level ist Consumer Empowerment.

Consumer Empowerment steckt in der Tat hinter der W3C’s Do Not Track (DNT) workgroup.
DNT hat nie eine breite Zustimmung erhalten und sollte heute als “ein Mechanismus für Transparenz und Durchsetzung potenziell unterschiedlicher Nutzervorlieben” angesehen werden.
Einzig weil die Internetindustrie sich nicht auf eine gute Vorgehensweise einigen konnte, fühlen sich die Nutzer zu Alternativen wie Blocking-Methoden und die Angabe falscher Daten gezwungen.

Die heutigen Verbraucher bekräftigen die Gedanken des Dalai Lama: “Ein Mangel an Transparenz bringt Misstrauen und eine tiefe Verunsicherung mit sich.”

Falls auch Sie ein besorgter Verbraucher sind, verwenden Sie am besten noch heute unsere Applikation.

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